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Die eigene Website in einem Durchgang selbst prüfen
Sechs Schritte, mit denen Inhaberinnen und Inhaber kleiner Betriebe Core Web Vitals, Mobilfreundlichkeit, Linkstruktur und Kontaktwege ihrer eigenen Website selbst prüfen – inklusive kostenlosem Website-Check zum Einstieg.
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KI-unterstützt · redaktionell geprüft Details
Ein Ladebalken, der länger als zweieinhalb Sekunden bis zum größten sichtbaren Element braucht, gilt nach den Schwellenwerten für Core Web Vitals als nicht mehr gut – und genau an diesem Wert scheitern die meisten Betriebsseiten im ersten Test. Wer seine Website seit der letzten Agentur-Rechnung nicht mehr angefasst hat, weiß in der Regel nicht, wo sie technisch steht. Die folgenden Schritte prüfen das selbst, ohne Entwicklerkenntnisse, in der Reihenfolge, in der sie auch wirklich etwas bringen.
1. Core Web Vitals mit PageSpeed Insights messen
Google PageSpeed Insights ist kostenlos und braucht nur die Domain. Das Tool liefert zwei Werte: einen Labor-Wert (Lighthouse, simuliert) und, wenn genug Besucher vorhanden sind, echte Feldwerte aus der Chrome-Nutzerbasis. Wichtig sind drei Kennzahlen: Largest Contentful Paint (LCP, Ziel unter 2,5 Sekunden), Interaction to Next Paint (INP, Ziel unter 200 Millisekunden) und Cumulative Layout Shift (CLS, Ziel unter 0,1) – alle drei sind in der INP-Dokumentation von web.dev definiert, seit INP im März 2024 den älteren Wert First Input Delay abgelöst hat. Wer diesen Schritt überspringt, weiß am Ende nicht, ob ein Problem überhaupt existiert oder ob die Seite nur gefühlt langsam wirkt.
Getrennt für Desktop und Mobil testen. Die Werte unterscheiden sich oft deutlich, weil mobile Prozessoren langsamer rechnen als die Laptops, auf denen Websites meist gebaut werden. Ein Betrieb, dessen Desktop-Wert bei einer Sekunde liegt und dessen Mobil-Wert bei vier Sekunden, hat ein Problem, das auf dem eigenen Bürorechner nie auffällt – aber genau dort sitzt ein Großteil der Kundschaft, die unterwegs nach einer Telefonnummer oder Öffnungszeit sucht.
2. Mobile Darstellung in der Search Console prüfen
Google hat sein eigenständiges Mobile-Friendly-Test-Tool eingestellt; die Prüfung läuft inzwischen über die Google Search Console, kostenlos nutzbar nach Verifizierung der Domain per DNS-Eintrag oder HTML-Datei. Dort zeigt der Bericht zur Mobile Usability, ob Texte zu klein sind, Elemente zu dicht beieinander liegen oder Inhalte breiter sind als der Bildschirm. Ohne Search-Console-Zugang bleibt diese Fehlerklasse unsichtbar, weil sie auf dem eigenen Desktop-Monitor gar nicht auftritt. Die Einrichtung dauert über die DNS-Variante meist wenige Minuten, sofern Zugriff auf die Domainverwaltung beim Provider besteht – fehlt dieser Zugriff, zieht sich der Schritt über Tage, weil erst jemand gefragt werden muss, der die Zugangsdaten hat.
3. Struktur mit einem Crawler abgehen
Screaming Frog SEO Spider ist ein Desktop-Programm, dessen kostenlose Version nach Herstellerangaben bis zu 500 URLs crawlt – für die meisten Kleinbetriebsseiten reicht das aus, bei einem großen Onlineshop mit mehreren tausend Produktseiten dagegen nicht. Der Crawl findet defekte interne Links, doppelte oder fehlende Meta-Beschreibungen und Seitentitel, die mehrfach vorkommen, weil eine Vorlage ohne Anpassung kopiert wurde. Gerade nach einem Website-Umzug tauchen hier oft alte Linkziele auf, die ins Leere laufen; welche Weiterleitungen dabei typischerweise vergessen werden, beschreibt der Beitrag zu den vergessenen Weiterleitungen nach dem Relaunch im Detail. Wer nie crawlt, sieht nur die Seiten, die er selbst noch kennt – nicht die, die seit Jahren tote Links produzieren und stillschweigend Kundschaft verlieren.
4. Ladezeit im Wasserfall ansehen
PageSpeed Insights sagt, dass etwas langsam ist. Ein Wasserfalldiagramm zeigt, warum. GTmetrix bietet eine kostenlose Analyse ohne Login an und listet jede einzelne Anfrage mit Ladezeit auf – oft sind es ein zu großes Headerbild oder ein Drittanbieter-Skript, das die Seite ausbremst. Dass sich aus einer Verzögerung von eineinhalb Sekunden bei einem Elektrobetrieb ein Jahresverlust von rund 14.000 Euro ergeben kann, zeigt, warum sich dieser eine Blick lohnt, auch wenn PageSpeed schon eine grobe Einschätzung geliefert hat. Ein Wasserfalldiagramm allein repariert aber nichts – es zeigt nur, an welcher Stelle sich ein Blick auf den Code oder das Hosting lohnt.
5. Kontaktwege selbst testen
Technik ist nur die halbe Prüfung. Eine Nachricht über das Kontaktformular, eine WhatsApp-Nachricht und eine Anfrage über Google-Nachrichten verschicken – und zwar mit einer zweiten Telefonnummer oder einem zweiten Gerät, nicht aus dem eigenen Postfach heraus. So fällt auf, ob Formulardaten im Spam-Ordner landen, ob eine WhatsApp-Nummer überhaupt noch aktiv ist oder ob eine Anfrage einfach unbeantwortet bleibt, weil niemand mehr an das alte Postfach denkt. Welcher Kanal für welchen Betrieb tatsächlich ankommt, hat der Vergleich zu WhatsApp Business, Kontaktformular und Google-Nachrichten im Detail gegenübergestellt. Eine technisch schnelle Seite, die keine Anfrage durchlässt, hat nichts gewonnen.
6. Ergebnisse zusammenführen
Vier Tools, vier Oberflächen, vier Arten, Zahlen darzustellen – an diesem Punkt hilft ein einziger zusammengefasster Bericht mehr als vier offene Browser-Tabs. Der kostenlose Website-Check von Log-System Development bündelt Ladezeit, SEO-Grundlagen und technische Basiswerte in einer Übersicht und eignet sich für alle, die diese Prüfung nicht monatlich selbst wiederholen wollen, sondern einmal einen Gesamtstand haben möchten. Für alles, was danach an Umsetzung ansteht – von einer Website, die tatsächlich Anfragen auslöst, bis zu einzelnen Arbeitsschritten, die sich mit KI abkürzen lassen – lohnt sich ein Blick auf das Angebot von Log-System Development, das Websites und Apps direkt mit Entwicklern umsetzt, ohne den Umweg über eine Agentur. Ersetzen kann das die eigene Prüfung trotzdem nicht vollständig: einen Rechtstext wie Impressum oder Datenschutzerklärung bewertet kein automatisiertes Tool, auch dieses nicht – das bleibt Handarbeit oder ein Fall für die Rechtsberatung.
Was dabei häufig schiefgeht
Die Prüfung endet zu oft mit dem ersten Durchlauf. PageSpeed-Werte schwanken von Messung zu Messung um mehrere Zehntelsekunden, weil Server-Auslastung und Netzwerk mitspielen – ein einzelner schlechter Wert ist noch kein Beweis, ein einzelner guter Wert ist aber genauso wenig eine Garantie. Sinnvoller ist eine Messung an drei verschiedenen Tagen, bevor an der Website etwas verändert wird. Und: eine Behebung der gefundenen Probleme ohne erneuten Test danach verschenkt die halbe Arbeit, denn ob ein komprimiertes Bild den LCP wirklich unter 2,5 Sekunden drückt, zeigt erst der zweite Durchlauf. Wer nach dem ersten Check alles für erledigt hält, hat meist nur die Symptome gelesen, nicht die Ursache behoben.